Fersensporn, Plantarfasziitis und Achillessehnenbeschwerden
Ein Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs am Fersenbein. Am häufigsten ist der plantare Fersensporn an der Fersensohle, wo die Plantarfaszie ansetzt, seltener der dorsale am Ansatz der Achillessehne. Der Sporn selbst verursacht oft keine Schmerzen, sie entstehen durch die begleitende Reizung der Plantarfaszie (Plantarfasziitis) bzw. der Achillessehne. Ein Fersensporn, der im Röntgen zufällig auffällt, aber keine Beschwerden macht, hat keinen Krankheitswert.
Typisch ist ein stechender Schmerz an der Fersensohle bei den ersten Schritten am Morgen oder nach längerem Sitzen, der nach einigen Minuten nachlässt und bei längerer Belastung wiederkehrt. Begünstigt wird er durch Übergewicht, langes Stehen, Fußfehlstellungen, eine verkürzte Wadenmuskulatur und Laufsport. Die Diagnose stellen wir durch die klinische Untersuchung, den Ultraschall (verdickte Plantarfaszie) und das Röntgen.
In den allermeisten Fällen gelingt die Behandlung ohne Operation: mit Einlagen mit Fersenweichbettung, täglichen Dehnübungen für Plantarfaszie und Wadenmuskulatur, der Stoßwellentherapie, bei Bedarf der ACP-Eigenbluttherapie und einer Nachtlagerungsschiene. Auf Cortison-Spritzen in die Ferse und in die Achillessehne verzichte ich wegen des Risikos, Fettpolster, Faszie und Sehne zu schädigen. Eine Operation kommt nur in seltenen Ausnahmefällen nach mindestens 12 Monaten erfolgloser konservativer Therapie infrage.
Achillessehnenbeschwerden (Achillodynie und Achillessehnenriss)
Man unterscheidet die Reizung der Achillessehne (Achillodynie) und den Achillessehnenriss. Eine Reizung entsteht durch Überlastung beim Laufsport, plötzlich gesteigertes Training, ungeeignetes Schuhwerk, verkürzte Wadenmuskulatur und Stoffwechselstörungen. Ein Riss entsteht bei plötzlicher maximaler Belastung (Sprint, Sprung), oft an einer vorgeschädigten Sehne, meist bei Männern zwischen 30 und 50 Jahren. Risikofaktoren sind Übergewicht, Stoffwechselstörungen und Cortison-Injektionen in die Sehne.
Bei einer Reizung bestehen Schmerzen und eine Verdickung der Sehne, Anlaufschmerzen besonders morgens und Beschwerden nach Belastung. Ein Riss zeigt sich durch einen peitschenartigen Schmerz, einen hörbaren Knall, eine tastbare Delle und die Unfähigkeit, auf den Zehenspitzen zu stehen. Die Diagnose stellen wir durch die Untersuchung (Thompson-Test) und den Ultraschall, bei unklarem Befund mit einer MRT.
Die Reizung behandeln wir konservativ mit exzentrischem Training, das am besten belegt ist, Stoßwellentherapie, ACP-Eigenbluttherapie und Einlagen mit Fersenerhöhung. Auf Cortison-Injektionen in die Achillessehne verzichte ich. Ein Achillessehnenriss wird hauptsächlich operativ versorgt (offene oder minimalinvasive Naht), besonders Sportlerinnen, Sportler und jüngere aktive Patienten profitieren davon. In Ausnahmefällen kann konservativ behandelt werden, unterstützt durch ACP-Eigenblut.
Ich berate Sie gerne!