Karpaltunnelsyndrom und Schnappfinger

Karpaltunnelsyndrom

Beim Karpaltunnelsyndrom drückt der Mittelnerv (Nervus medianus) im Handgelenk, weil der Karpaltunnel verengt ist. Ursachen sind Schwellungen der Sehnenscheiden, hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre), Diabetes, Rheuma, frühere Handgelenksbrüche und Überlastung durch wiederholende Handarbeit. Es ist die häufigste Nervenengstelle am Arm.

Typisch sind Kribbeln, Taubheit und Schmerzen in Daumen, Zeige- und Mittelfinger, vor allem nachts und morgens. Das Ausschütteln der Hände bringt kurz Besserung. Später können dauerhafte Taubheit, Greifschwäche und ein sichtbarer Muskelschwund am Daumenballen folgen. Die Diagnose stellen wir durch klinische Tests (Hoffmann-Tinel-Zeichen, Phalen-Test) und eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung, die den Schweregrad objektiv zeigt. Der Ultraschall zeigt eine Schwellung des Nervs.

Leichte Fälle behandeln wir konservativ mit einer Nachtlagerungsschiene, entzündungshemmenden Medikamenten, einer Cortison-Infiltration und Ergotherapie. Bei mittleren bis schweren Fällen oder bei Muskelschwund wird das Querband über dem Nerv gespalten (Karpaltunnelspaltung), ein kurzer ambulanter Eingriff in Lokalanästhesie von etwa 10 Minuten. Diesen einfachen Eingriff führe ich regelmäßig selbst durch, die Beschwerden bessern sich danach meist rasch. Büroarbeit ist nach etwa 2 Wochen wieder möglich, schwere Arbeit nach 4 bis 6 Wochen.

Schnappfinger (Tendovaginitis stenosans)

Beim Schnappfinger (Tendovaginitis stenosans) sind die Beugesehne oder das Ringband (A1-Ringband) am Fingergrundgelenk verdickt, sodass die Sehne nicht mehr frei gleiten kann. Ursachen sind Überlastung, Diabetes, Rheuma und hormonelle Faktoren. Am häufigsten betroffen sind Daumen, Ring- und Mittelfinger.

Typisch ist das Schnappphänomen: Der Finger bleibt beim Beugen oder Strecken hängen und schnellt dann ruckartig weiter. Dazu kommen Druckschmerz und eine tastbare Verdickung in der Hohlhand sowie Morgensteifigkeit. Im fortgeschrittenen Stadium bleibt der Finger in Beugestellung stecken. Die Diagnose ist klinisch, der Ultraschall zeigt die Sehnenverdickung und die Engstelle.

Konservativ hilft häufig eine ultraschallgezielte Cortison-Infiltration direkt unter das Ringband, meist mit einer oder zwei Injektionen, dazu Ergotherapie. Reicht das nicht, wird das Ringband ambulant in Lokalanästhesie gespalten (etwa 10 Minuten). Diesen einfachen Eingriff führe ich regelmäßig selbst durch, die Besserung tritt meist rasch ein. Der Finger ist danach sofort beweglich, die Hand sollte etwa 2 bis 3 Wochen geschont werden.

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